Grusswort der Pröpstin für Starkenburg
Notfallseelsorge ist ein Grundbestandteil des Seelsorgeauftrages der Kirche: Menschen in Not beistehen, bei Unfällen und Katastrophen anwesend sein, Todesnachrichten überbringen, Trauernde nicht alleine lassen, Einsatzkräfte unterstützen.
Viele Männer und Frauen unterschiedlicher Berufsgruppen und Pfarrer und Pfarrerinnen im Haupt- und Ehrenamt unterziehen sich einer anspruchsvollen Ausbildung und Vorbereitung. Sie leisten den Dienst der Notfallseelsorge in verlässlicher und überkonfessioneller Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten und Feuerwehren. Deshalb erfährt Notfallseelsorge allgemein eine so hohe Wertschätzung, weil sie ein gelungenes Beispiel ist für humanitäre Kooperation.
Notfallseelsorge ist „Erste Hilfe für die Seele“ und geschieht in Not und Krisensituationen unter dem fünffachen „Mit“: Mithilfe, Mitgefühl, Mitsein und Mitmenschlichkeit. „Unter Mitmenschlichkeit (humanitas) versteht man das gütige Verhalten des Menschen zum Nebenmenschen. Es ist eine horizontale Gemeinschaftsaufgabe ohne Gefälle, von Mensch zu Mensch.“ (Albert Schweitzer)
Mitmenschlichkeit ist nie abstrakt, sondern immer persönlich. Notfallseelsorger und –seelsorgerinnen bringen ihr Gespür für die Situation ein, ihre Art zu schweigen, zu trösten und zu beten, ihre Kraft und Zeit und die Hoffnung und die Stärke ihres Glaubens.
Im Namen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau danke ich allen, die sich auf diese Weise in der Notfallseelsorge engagieren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Dienst vor allem auch unter dem fünften „Mit“ tun können, nämlich mit Gott – unter Gottes Schutz, Geleit und Segen.
Ihre
Karin Held
Pfarrerin und Pröpstin für Starkenburg